Outdoor-Sushi vom Ukelei

Der Ukelei (auch Laube oder lateinisch: Alburnus alburnus) wird von Anglern, Fischern und Hobbyköchen gleichermaßen ignoriert. Er ist so unbedeutend, dass niemand (außer mir) ihm gezielt nachstellt. Warum nur? Mit der einfachsten Angelausrüstung kann man schnell viele der kleinen Raubfische fangen, und sein leicht nussiger Geschmack ist so gut, dass er sogar als Sushi schmeckt!

Oben einer der größten Ukelei, den ich bisher gefangen habe (19 cm).

Im Durchschnitt wird der Ukelei nur 15 cm lang, doch sein massenhaftes Auftreten macht die kulinarische Verwertung einfach.

P9303229Weil der kleine Raufisch in Schwärmen an der Oberfläche nach Anflugnahrung schnappt, ist er leicht zu orten. Und übrigens auch für Fliegenfischer interessant…

 

 

P9303250Ich angle hier an der Warnow, mit einer sehr leichten Ausrüstung. Feine Schnur und winzige Haken mit ein bis zwei Angelmaden, die dicht unter der Oberfläche angeboten werden.

 

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Hat man einen Fischschwarm anhand der vielen kleinen Kreise an der Oberfläche geortet, beißt der erste Fisch meist nach wenigen Sekunden (keine Angeberei, wurde in einem Beitrag des NDR dokumentiert!). Es dauert also nicht lange, bis genug Ukelei für ein Outdoor Sushi beisammen sind, und die Fische sind maximal frisch, wenn ich sie verarbeite.

 

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Ich schuppe sie, nehme sie aus, entferne den Kopf und filetiere mit einem sehr scharfen Messer. Weil das bei kleinen Ukelei eine recht „friemelige“ Feinarbeit ist, angele ich lieber ein wenig länger und nehme nur die größeren Exemplare (Mein Rekord liegt immerhin bei 25 Zentimetern). Oder ich esse die Mittelgräte mit – was sicher nicht jedermanns Sache ist.

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Vor der Essen werden die Fische natürlich gründlich gewaschen, am Besten in mitgebrachtem Leitungswasser. Dann ordentlich Wasabi mit Sojasoße mischen, den eingelegten Ingwer auspacken und „Guten Appetit!“

[Einen Leserkommentar möchte ich euch nicht vorenthalten, auch wenn ich ihn nicht teile: „vom Rohverzehr von Süßwasserfischen sollte man aufgrund der möglichen paratitären Kontamination tunlichst Abstand nehmen. Man kann sich mit Fischbandwurm, dem Katzenleberegel, Nematoden oder Bakterien wie Aeromonas infizieren.“

(Text: Christian Lorenz, Fotos: Milko Eilers und CC-Lizenz)

Ein historisches Bild des Autors beim Outdoor Sushi in seinem leider schon verschrotteten Mercedes, Farbton „Champagner“.

 

 

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